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Info Büro + Objekt Dezember 2010

info-buero-2010-12.pdf Info Büro + Objekt Dezember 2010

Orgatec 2010 – schon wieder vorbei

Thomas Grothkopp
BBW-Geschäftsführer
So schnell geht das. Gerade noch in der Krise und gehofft, dass keiner nach den aktuellen Umsatzzahlen fragt und dann eine steile Kurve der Erholung bei vielen Händlern und gute Stimmung auf der Messe. Dabei gibt es kein Versehen: Die Zeiten werden hart bleiben bei der Büroeinrichtung, auch wenn der Bundesverband Bürowirtschaft (BBW) eine Umsatznull zum Jahresende erwartet. Das Erreichen der sehr niedrigen Vorjahresleistung ist natürlich kein Paradestück für ein wirtschaftlich agierendes Unternehmen. Dies hieße in Konsequenz, dass die in der Krise angepassten Strukturen nicht wieder aufgebaut werden können und vielfach personeller Handlungsspielraum verloren gegangen ist.


Mal persönlich werden!
Der BBW freut sich zusammen mit der Messe über den deutlichen ausgebauten Themenanspruch, der z.B. mit dem sehr gut besuchten Ultima Office genau die Themen in der Diskussion platziert hat, die auch bei den Kunden auf dem Tisch liegen: Licht, Akustik, Gesundheit und Ergonomie.

Apropos Kunden: Die Großkunden unter den 61.000 Besuchern haben es getan, viele sind auf die Orgatec gekommen und haben direkte Gespräche mit den Herstellern geführt. Die Chance für den Fachhandel, ist seine Nähe zum regionalen Unternehmensstandort, seine Persönlichkeit und die seiner Mitarbeiter! Themen für gute und weiterführende Gespräche gab es auf der Messe genug, jetzt gilt es, sie auch einzusetzen.



Branchenumsatz Büroeinrichtung

Aufwärtstrend ist gedämpft
Auf der Orgatec wurden von Industrie und Handel bereits die Zahlen auf den Tisch gelegt, nun sind wir einen Monat weiter. Die BBW-Umsatzstatistik zeigt aufgelaufen bis Oktober 2010 immer noch ein Minus. September und Oktober konnten mit den Vormonaten nicht mehr mithalten und sind negativ gegenüber dem Vorjahr. Damit pendelt sich der Trend für die Büroeinrichtung bei minus 2% ein. Der BBW wartet auf die Fakturierung der Aufträge im 4. Quartal für das Erreichen der schwarzen Nulllinie.

Sollte diese nicht erreicht werden können, hat eventuell die für 2011 erwartete Finanzierungslücke einen Frühstart hingelegt, den man dann erst recht den Banken ins Portfolio schreiben kann. Mittelstandsförderung funktioniert anders.



Arbeitswelt im Wandel – Zahlen, Daten, Fakten


Wie sieht es aus in der Welt der deutschen Arbeitsplätze insgesamt? Die Hälfte aller Beschäftigten arbeitet im Büro. Sind aber die Risiken und Probleme bei allen Arbeitnehmern gleich? Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund hat viele Basisdaten in einer Broschüre aktuell zusammengestellt. Diese Datenbasis ist eine gute Hilfe bei der Einschätzung der Fragen, die bei der Bürogestaltung auftreten, weil der Vergleich in die produktionsnahen Bereiche auch andere mögliche Belastungsfaktoren wieder ins Bewusstsein bringt. Lärm oder akustische Probleme gehören übrigens mit zu den Spitzenreitern bei den Verdachtsanzeigen zu Berufskrankheiten. Dieses Thema ist auch im Büro sehr aktuell, wenn auch eher im Sinne der Störfaktoren. Die gesamte Broschüre steht hier zum Download bereit.


baua_-_arbeitswelt_im_wandel.pdf BAuA - Arbeitswelt im Wandel (Ausgabe 2010)

Quality Office–Leitlinie wurde überarbeitet


Die „Quality Office Leitlinie – Qualitätskriterien für Büro-Arbeitsplätze“ wurde vom bso Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel im Sommer 2010 aktualisiert und zur Orgatec 2010 vorgestellt. Die Mitherausgeber sind - wie schon 2006 - die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG), das Deutsche Institut für Normung (DIN), die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sowie das Deutsche Netzwerk Büro.


Quality Office - vom Produkt zu Service und Beratung
Hochwertige Büromöbel können das Quality Office Label bekommen, wenn alle Prüfbedingungen erfüllt sind. Rund 500 Produkte vorwiegend deutscher Hersteller wurden bereits zertifiziert.

Dass „gute“ Möbel auf Dauer auch nur bei „guten“ Händler verkauft werden sollen, liegt nahe. Schon 2006 gab es einen ersten Vorschlag für die Zertifizierung des Fachhandels, der jedoch nicht praktikabel erschien.

Deshalb werden jetzt die Arbeiten an einer Zertifizierung für Berater, Planer und Büroeinrichter, also den eigentlichen handelnden Personen, aufgenommen. Eine Prüfung soll die anfängliche Qualifizierung der Personen feststellen. Ein Informations- und Ausbildungssystem wird danach den Erhalt und Ausbau des schnell vergänglichen Wissens ermöglichen. Dazu werden die Herausgeber jedoch nicht die Weiterbildung in der Branche neu erfinden, sondern die bestehenden Angebote genau unter die Lupe nehmen und als Bausteine im Bildungssystem anerkennen.

Fachhandelsunternehmen können sich darauf aufbauend ebenfalls zertifizieren lassen. Nur Handelsunternehmen, die auf Dauer mit qualifiziertem Personal arbeiten, können sich dann selbst mit dem Quality Office Siegel präsentieren, wenn sie in Beratungsumfang und –qualität zum Endkunden hin ein hohes Niveau bieten können.

Voraussichtliche Kosten der Zertifizierung für Fachberater: 250 Euro netto, für die Zertifizierung eines Fachhändler-Standorts: 1450 Euro netto. Weitere Infos unter www.quality-office.org



BAuA-Studie: Bildschirmarbeitsplätze in der Produktion weisen viele Mängel auf


Zusätzlich zu der weiter oben besprochenen Studie über die Arbeitswelt im Allgemeinen ist der Bereich der produktionsnahen PC-Bereiche im Fokus einer aktuellen Untersuchung. Prof. Dr. Lorenz, Leiter des neuen Studiengangs „Office Consulting“ an der FH Gießen-Friedberg, hat daran mitgearbeitet.

Bildschirmarbeitsplätze in der Produktion entsprechen häufig nicht den Anforderungen der Bildschirmarbeitsverordnung. Das geht aus der aktuell veröffentlichten Studie "Bildschirmarbeit in der Produktion" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hervor. Alle 172 in der Studie untersuchten Arbeitsplätze wiesen Mängel auf.

Ohne Computer läuft in den meisten Unternehmen heute nichts mehr. Dabei stehen die Rechner nicht mehr nur im Büro, sondern finden sich zunehmend auch im Produktionsbereich. Dort steuern sie beispielsweise Maschinen oder erledigen administrative Aufgaben wie Personalverwaltung oder Qualitätsmanagement. Dadurch gelten diese Computer als Bildschirmarbeitsplätze im Sinne der Bildschirmarbeitsverordnung. Sie werden aber nur selten als solche wahrgenommen und entsprechend gestaltet.


Kein Bildschirm-Arbeitsplatz ok
Vor allem Arbeitsplätze mit geringer Ähnlichkeit zum klassischen Büro wie Prüfarbeitsplätze, Arbeitsplätze zur Protokollierung des Arbeitsfortschrittes sowie zur Unterstützung der logistischen Prozesse, weisen Defizite bei Mobiliar, Platzierung der Monitore und Tastaturen auf. Tischflächen sind häufig zu klein, der Sehabstand zum Monitor ist zu gering. Die Beleuchtung ist oft zu schwach, dafür gibt es an fast jedem Arbeitsplatz Spiegelungen und Blendungen. Der Bewegungsraum ist groß genug, wird aber häufig von Verkehrswegen überlagert. Bestuhlung ist ein besonders kritischer Punkt, mehrfach war sie sicherheitstechnisch nicht mehr akzeptabel. Die Verstellung von Höhe, Neigung und Lehne war oft nicht möglich.

Bisher existiert kaum ein Bewusstsein dafür, dass eine ganze Reihe von Arbeitsplätzen in der Produktion unter den Geltungsbereich der Bildschirmarbeitsverordnung fällt. Die Studie macht deshalb Vorschläge, wie sich diese Arbeitsplätze „bürogerecht“ gestalten lassen.

Infos: Charlotte Sust, Prof. Dr. Dieter Lorenz, Katy Völker; Bildschirmarbeit in der Produktion; 93 Seiten; PDF-Datei, 4 MB. Download hier: www.baua.de/cln_135/de/Publikationen/Fachbeitraege/F1963.html oder hier direkt.


baua-bildschirmarbeitsplaetze_in_der_produktion.pdf BAuA: Bildschirmarbeitsplätze in der Produktion
 

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