Ab 1. Januar 2010 steht Gerald Funk (42) an der Spitze des Bundesverbandes für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur. Er ist Geschäftsführer eines der ältesten und größten Häuser der Branche, F. S. Kustermann in Münchens City. Im Jahr 1798 wurde es gegründet und beschäftigt 250 Mitarbeiter. Carl Reckers, der das Amt zum Jahresende abgibt, wurde von der Delegiertenversammlung einstimmig zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Das Unternehmen des künftigen Präsidenten wiederspiegelt das Spektrum der Mitglieder des Bundesverbandes, denn seine Kompetenz reicht vom gedeckten Tisch über Küchen- und Wohnaccessoires bis hin zu Eisenwaren/Werkzeug, Elektro-Kleingeräte und das Garten-Sortiment. Auf 5.000 qm Verkaufsfläche zwischen Viktualienmarkt und Marienplatz werden auf 3 Etagen rd. 100.000 Artikel angeboten und fachkundig beraten. Umfangreiche selbst erbrachte oder vermittelte Dienstleistungen gehören zum Leistungsprofil des mit 212 Jahren drittältesten Handelsunternehmen Münchens: Koch- und Grillvorführungen, Ersatzteilbeschaffung, Reparaturannahme und Handwerkervermittlung, Wunsch- und Hochzeitslisten, Gutscheinverkauf und problemloser Umtausch beweisen die konsequente Kundenorientierung.
Gerald Funk hat bei Eisen-Rieg in seiner Heimatstadt Darmstadt Groß- und Außenhandelskaufmann gelernt, war dort später Key-Account und schließlich Einkaufs- sowie Verkaufsleiter Innendienst, bevor er im Jahr 1998 als Einkaufsleiter für den Bereich Eisenwaren zu F. S. Kustermann wechselte und im Jahr 2003 Geschäftsführer des Familienunternehmens wurde. Gerald Funk ist verheiratet und hat zwei Söhne und eine Tochter.
Seit 2006 gehört Gerald Funk dem Präsidium des Bundesverbandes an. Ehrenamtliches Engagement ist für ihn selbstverständlich, auch wenn er genau prüft, ob er dabei auch etwas bewegen und bewirken kann. „Der GPK Bundesverband ist eine feste Größe in unserer Branche, der die Fachgeschäfte tatkräftig unterstützt und ihre Interessen klar vertritt,“ erläuterte Funk vor der Fachpresse in Bielefeld, „zusammen mit den Landesverbänden der Einzelhandelsorganisation und dem HDE in Berlin und Brüssel bildet er eine unschlagbare Einheit. Ich selbst erlebe täglich, wie sich der Landesverband des Bayerischen Einzelhandels (LBE) für unsere Anliegen engagiert und diese in München und im Freistaat Bayern vertritt.“
Gerald Funk ist überzeugt, dass die Branche starke Marken braucht und diese wiederum einen starken Fachhandel. Dabei muss ein Fachgeschäft immer selbst auch zur Marke werden, muss ein Begriff für die Bürger der Stadt sein. „Dass die Bekanntheit des Namens Kustermann in München kaum zu toppen ist, ist uns klar“, räumt Funk ein, „ich ermutige meine Kollegen, den gleichen Weg zu gehen. Unser Erfolg der vergangenen Jahre baute stark darauf auf, dass unsere Kunden wissen, für welche Werte wir stehen und welche Lieferanten diese entsprechend mit tragen. Das bedeutet auch, sich von Lieferanten zu trennen, für die der Fachhandel nur noch eine Vertriebsergänzung darstellt.“
„Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sind aus meiner Sicht die Mitarbeiter. Wir haben sehr viel in ihre Qualifizierung, ihre Kundenorientierung, in ihren Auftritt investiert“, so Gerald Funk. „Und wir werden es weiter tun. Einerseits bilden wir jedes Jahr 8 junge Menschen zu Kaufleuten im Einzelhandel aus, haben also ca. 20 Ausbildungsplätze. Andererseits haben wir eine hohe Mitarbeitertreue und damit einen relativ hohen Altersdurchschnitt. Die Fachkompetenz ist unbestritten, wesentlich jüngere Kunden zu bedienen, oder solche aus ganz anderen gesellschaftlichen Bereichen, das ist die eigentliche Herausforderung.“
Das Haus Kustermann hat den Vorteil, mit der S-Bahn aus dem Großraum München gut erreichbar zu sein, weshalb für dieses Gebiet eine kostenlose Zustellung angeboten wird. Zum anderen kommen internationale Geschäftskunden und zahlreiche Touristen in das Haus am Viktualienmarkt. Weltweiter Versand ist da eine Selbstverständlichkeit. Und Werbung ein Muss, dem sich das Unternehmen mit Zeitungsanzeigen und -beilagen, Directmails und mit „beststyle“ als Kundenmagazin mit Kustermann-Seiten stellt.
Mit dem Bundesverband will Gerald Funk den erfolgreichen Kurs seines Vorgängers Carl Reckers fortsetzen, der in seinen zehn Jahren an der Spitze aus einem Porzellanhändlerverband einen Branchenverband entwickelt hat, der von allen Wirtschaftsstufen als Partner respektiert und geschätzt wird. Gerald Funk hat ebenfalls ein kollegiales Verständnis, das alle Präsidiumsmitglieder einbezieht und ganz auf der hauptamtlich geführten Geschäftsstelle in Köln aufbaut. Die Synergien mit den anderen Verbänden des Fachbereichs Bauen, Einrichten, Wohnen und Büro ist ihm dabei ein wichtiges Anliegen.