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Der Handelsverband Koch- und Tischkultur (GPK) ist die Interessenvertretung und bundesweit agierender Partner des qualifizierten GPK-Handels. Das sind Fachhandelsunternehmen, deren Kernkompetenz die Lebensbereiche Genießen, Kochen / Zubereiten, Schenken / persönlicher Lifestyle sowie individuelle Wohnraumdekoration umfasst.


Firma: Handelsverband Koch- und Tischkultur (GPK)
09.02.2018
Neue Impulse bei Tisch- und Küchenausstattung
Stabile Nachfrage mit Verschiebungen zwischen den Sortimenten

Frankfurt/Main, 09. Februar 2018

Der Gesamtmarkt der Sortimente aus dem Bereich Koch- und Tisch-kultur, Wohnaccessoires und Geschenkartikel hält sich auf ungebrochen hohem Niveau. Nach dem starken Anstieg im Jahr 2015 konnten die Umsätze auch im Jahr 2017 gehalten werden. 6,3 Mrd. Euro Gesamt-umsatz und damit 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr waren es in 2017. Am besten entwickelten sich dabei Wohnaccessoires und Dekoration.

„Shooting Star“ unter den Sortimenten ist stets das Thema Kochen. Nach Berechnungen des Instituts für Handelsforschung (IFH) legten Koch-, Brat- und Backgeschirr nochmals um 7,1 Prozent zu und stellen einen Jahresumsatz von 876 Mio. Euro dar. Schwächer schnitten Schneidwaren ab. Doch die jeweils zweistelligen Umsatzveränderungen in 2016 und 2017 legen den Eindruck nahe, dass hier die Zahlen nicht valide sind.

Artikel für den gedeckten Tisch lagen mit minus 0,3 Prozent quasi auf Vorjahresniveau. Mit plus 3,5 Prozent liegt Geschirr im positiven Trend. Bei Besteck sind 5 Prozent Mehrumsatz auch ein teilweiser Ausgleich der Nachfrageschwäche im Jahr 2016. Weniger erfreulich ist der Rück-gang von 14,1 Prozent bei Trinkglas, einem seit Jahren volatilen Markt. Signifikant ist, dass sich Tischtextilien und dekorative Accessoires weiter positiv entwickeln. Daraus lässt sich ableiten, dass zum genussvollen Essen immer auch ein ansprechend gestalteter Tisch gehört. Dies gilt insbesondere, wenn Gäste bewirtet werden.

Bei Wohnaccessoires ermittelt das IFH zusammengenommen eine Umsatzsteigerung von 2,3 Prozent. Hier spiegelt sich die neue Lust des Gestaltens wieder: Menschen entdecken ihre Kreativität. „Hygge“ kenn-zeichnet einen Lebensstil ebenso wie den Wunsch nach Geborgenheit und gibt Fachgeschäften Impulse, im Bereich Dekoration und Wohn-accessoires ihr Angebot auszuweiten. Schließlich ist es eine Domäne des stationären Handels, zum Stöbern einzuladen, was online so nicht funktioniert.

Der für die Branche wichtige Markt der Elektrokleingeräte hat nach 13 Jahren Umsatzsteigerungen mit minus 1,9 Prozent erstmals eine leichte Umsatzdelle hinnehmen müssen. Auffällig ist der Rückgang der Umsätze im Bereich Küchenmaschinen um ein Viertel auf nun 391 Mio. Euro. Im Vorjahr waren diese Umsätze noch um 35 Prozent gestiegen, weshalb Fachleute vom sogenannten Basiseffekt sprechen. Naheliegend ist ferner die Beobachtung einer gewissen Bedarfssättigung und natürlich gesunkener Preise durch den harten Wettbewerb, der in dieser Branche herrscht.

Bemerkenswert ist, dass laut IFH das Geschäft mit Espresso- und Kaffeeautomaten, das seit 19 Jahren unaufhaltsam wächst, noch einmal gestiegen ist. Glatte 5,0 Prozent führen zu einem Verkaufsvolumen von 1,0 Mrd. Euro.

Discounter umkämpfen den Markt

Für Tisch- und Küchenausstattung sowie Hausrat ist der Fachhandel die Nummer 1 in der Gunst der Verbraucher. 37 Prozent der Nachfrage wird hier getätigt. Anzumerken ist, dass sich das Profil der Geschäfte immer stärker verändert. Es werden nicht nur Heimtextilien, Dekoration, Wohn¬accessoires in das Sortiment aufgenommen und ausgebaut, auch Produkte der persönlichen Ausstattung wie Lederwaren, Schreibgeräte sowie hochwertige Lebensmittel und Gewürze finden ihren Weg in die Ladenlokale. Wer anspruchsvoll kocht, sucht nicht nur qualitativ hoch-wertige Töpfe, Pfannen, Messer und Küchenhelfer, sondern freut sich auch darüber, Zutaten zu entdecken, die es nicht an jeder Ecke zu kaufen gibt.

Der Möbelhandel hatte im Jahr 2017 einen Umsatzanteil am GPK- und Hausratsegment von 13 Prozent, ebenso der Distanzhandel mit seinen Pure Online Playern. SB-Warenhäuser/Verbrauchermärkte kamen auf zwölf Prozent, Kauf- und Warenhäuser kamen ebenso wie Discounter und der Lebensmittelhandel auf jeweils 9 Prozent und die sonstigen Anbieter auf 8 Prozent. Statistisch noch nicht gut zu greifen sind die Nonfood-Discounter, die ihre Filialnetze über Deutschland werfen. Sie kommen ursprünglich aus dem Bereich der Ein-Euro-Shops oder wurden als Konzepte in Skandinavien und in den Niederlanden entwickelt. Hier gehen Hausrat, Dekoration, cityorientierter Heimwerkerbedarf, Küchen- und Tischausstattung eine interessante Symbiose ein. „In diesem Geschäftsformat spielen Markenhersteller eine ungeordnete Rolle,“ beschreibt es Thomas Grothkopp, Geschäftsführer des Handelsverbandes Koch- und Tischkultur, „ob diese Konzepte auf Dauer tragfähig sein werden, lässt sich allerdings noch nicht abschätzen.

Der Online-Umsatz bekommt auch für stationäre Händler mehr Bedeutung

Digitalisierung ist das Stichwort des Handels schlechthin. Der Online-Vertrieb ist nur eine Facette dieser Entwicklung. Für Fachgeschäfte ist es von zentraler Bedeutung, dass ihre Lieferanten die Vertriebs- und Marketinginformationen digital zur Verfügung stellen und die wechselseitigen Prozesse von der Warenverfügbarkeit bis zum Drop-Shipping ohne Medienbruch von statten gehen. Die Konsumenten erwarten umfassende, digitale Informationen über ein Geschäft und seine Angebote, von der Online-Erreichbarkeit über Öffnungszeiten, Marken und Sortimente bis hin zum 360°-View. Sollten Artikel stationär nicht verfügbar sein, bevorzugen viele Kunden den Online-Einkauf. Dies allerdings am liebsten direkt beim Händler ihres Vertrauens, der persönlich für Qualität und Garantie steht, Beratungsqualität, Eventmarketing und Emotionalität bietet.

Der Bundesverband des E-Commerce-Handels (BEVH) beansprucht für die von ihm vertretene Vertriebsform für das Jahr ein Umsatzplus von 10,9 Prozent. Ob dies auch für die Branche mit Tisch- und Küchenausstattung gilt, ist nicht zu verifizieren. Der Distanzhandel macht demnach 12,5 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes aus. Der BEVH stellt heraus, dass der Online-Umsatz stationärer Einzelhändler stärker wächst als der eigenständigen Online-Handels. „Einer der Gründe ist, dass bei emotionalen Produkten unsere Mitarbeiter im Ladengeschäft besser spüren, was der Kunde wünscht, als digitale Algorithmen,“ erläutert Christina van Dorp, Präsidentin des Handelsverbandes Koch- und Tischkultur, die Zusammenhänge.

Diese Leistung hat allerdings ihren Preis. „Die Investitionen in die notwendigen Onlinetools, in Marketing und Logistik, in Mitarbeiter und in digitale Sichtbarkeit sind sehr hoch“, so Christina van Dorp, „für uns kommen Sie on top zu unserem stationären Ladengeschäft mit attraktiver Auswahl und Präsentation sowie unserer Fachberatung vor Ort.“

Dabei ist das lokale Umfeld für die Geschäfte nicht einfach. Viele Städte, selbst Einkaufspassagen haben sinkende Frequenzen infolge eines veränderten Einkaufsverhaltens. Daher begrüßt der Handelsverband Deutschland (HDE), dass gemäß Koalitionsvertrag das Kompetenz-zentrum Einzelhandel 4.0 ins Leben gerufen werden soll, welches insbesondere den mittelständischen Handel bei diesem Transformations¬prozess unterstützen soll. Damit sollen zugleich die Innenstädte als vitale Handelsstandorte erhalten und die Versorgung im ländlichen Raum gewährleistet bleiben. Von zentraler Bedeutung ist ferner der neue Beruf des E-Commerce-Kaufmanns, der maßgeblich vom HDE ausgearbeitet wurde und im August startet.

Der Fachhandel baut auf seine Verbundgruppe

Ausgezeichnete Arbeit hat der Einkaufsverband EK/servicegroup beim Category Management (CM) geleistet. 43 Unternehmen wurden in den letzten Jahren nach aktuellsten CM-Erkenntnissen neu ausgerichtet, die Sortimente neu zugeordnet, mit Zweitplatzierungen Zusatzumsätze generiert. Sieben weitere Händler stehen vor der Vertragsunterzeich-nung. Hinter dem CM-Projekt steht ein professionelles Artikeldaten-management, das hilft, stets die gängigsten Angebote in den Regalen zu präsentieren. Die große Zahl der teilnehmenden Firmen und die Koope-ration mit Lieferanten sorgen für ein deutlich höheres Umsatz- und Ertragsniveau.

Auf gutem Weg ist EK/servicegroup auch bei Lösungen für digitale Prozesse vom Hersteller bis zum Endkunden. Für kleine Händler gibt es Full-Service-Angebote für die Internetpräsenz. Ferner wurde ein soge-nannter Kiosk für das Online-Warengeschäft am POS entwickelt. Daneben wird intensiv an einer cloud-basierten Warenbewirtschaftung mit angeschlossenen Marktplätzen gearbeitet. Dies wird zu einer in sich geschlossenen Omnichannel-Lösung führen, mit der die der EK/servicegroup angeschlossenen Fachhändler ihre Kunden auf allen Kanälen erreichen können.

Die Branche hat weiterhin Potential

Die steigende Zahl der Haushalte, resultierend aus dem Trend zu Singlehaushalten und dem Bevölkerungswachstum, lässt ein interessan-tes Entwicklungspotenzial erkennen. Festzustellen ist, dass die Erstaus-stattung noch immer relativ preiswert angeschafft wird, was für Möbel gleichermaßen gilt. Der Handelsverband hat den Eindruck, dass die stark steigenden Mieten inklusive Nebenkosten in den angesagten Städten das Budget für das Wohnen immer mehr für sich in Anspruch nehmen. Das geht zunächst zu Lasten der Einrichtung im weiteren Sinn.

Das interessantere Potential liegt bei Menschen, die ihren Lebens-mittelpunkt gefunden haben, die in Eigentum oder langjährig zur Miete wohnen. Sie haben das Bedürfnis zur Veränderung, zu Neuanschaf-fungen im Bereich des Ersatz- oder Austauschbedarfs. Hier haben innovative Produkte, modernes Design und pfiffig gestaltete Artikel eine große Begehrlichkeit. Diese Impulse kommen auch aus der Gastro-nomie, die gerade in der urbanen Gesellschaft zu einem Trendsetter für Interieur werden.

Ausblick auf 2018

Was die Branche insgesamt betrifft, blickt sie wegen der anhaltend guten Konjunktur und einem steigenden Einkommen erwartungsvoll auf das Jahr 2018. Die stetig steigende Anzahl der Haushalte und der Trend zu Klein- und Kleinsthaushalten hält weiter an, die Hürde von 41 Millionen Haushalten dürfte in diesem Jahr übersprungen werden.

Für den Handelsverband Koch- und Tischkultur stehen zwei Themen auf der Agenda der kommenden 15 Monate. Vom 11. bis zum 17. Septem¬ber 2018 führt der Verband in Kooperation mit der Fachzeitschrift P & G und der Messe Frankfurt eine Businessreise nach Shanghai durch. Neue Produktangebote und Lieferanten, vor allem neue Geschäftsformen stehen im Mittelpunkt der Exkursionen und des Besuchs der Messe „Interieur Lifestyle“.

Im Mai 2019 findet – inspiriert durch die erfolgreiche Tagung 2017 in Leipzig – die nächste Branchentagung statt. Neben einer breiten Themensammlung werden bereits die ersten Top-Referenten akquiriert. Es stehen zwei Tagungsregionen - im Westen und im Süden – zur Auswahl, über die das Präsidium in Kürze entscheiden wird.





Weitere Infos:
Thomas Grothkopp

Firma: Handelsverband Koch- und Tischkultur (GPK)
Frangenheimstr. 6
50931 Köln
Tel. 0221/940 83-20
Fax 0221/940 83-90
gpk@wohnenundbuero.de
http://www.wohnenundbuero.de

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